Meine Biographie


Mein Geburtsland ist Pommern (heute Polen). Ich habe 1945 bei der Völkerwanderung der Neuzeit

teilgenommen. Wir  zogen von Pommern nach Brandenburg, dann weiter nach Hamburg.

Hier wohnten wir auf dem Motorschiff "MS Pommern". (Heimathafen: Stettin später Hamburg)

Meine Schulzeit verbrachte ich in Hamburg und Niedersachsen.


MS Ingrid Vogelsang

 auf der Bergfahrt 

  an der Loreley

  1956


1956 heuerte ich als Schiffsjunge bei der Hamburger Reederei "Vogelsang & Schönfeld" an.

Mein erstes Schiff war die MS "Ingrid Vogelsang", (hier auf der Bergfahrt an der Loreley)

ein "Motorfrachter" erbaut auf der "Menzer-Schiffswerft" in Geesthacht bei Hamburg.

Ein Schiffstyp der Kategorie "Gustav Koenigs" , d.h. 67 m lang, 8.20 m breit, 2.50 m Tiefgang und
 950 to Tragfähigkeit. Die Antriebsmaschine mit 500 PS stammte von "Humboldt-Deutz" in Köln.

MS Martha Vogelsang

am linken Rheinufer

in Homberg /Niederrhein

1957


1957 holte ich mit meinem Vater ein neues Schiff, die MS "Martha Vogelsang, von der
Schiffswerft in Geesthacht. Jungfernfahrt  auf der Elbe an den St. Pauli-Landungsbrücken vorbei
und anschließend Überführung von der Elbemündung durchs Wattenmeer in die Wesermündung
- Richtung: Vater Rhein. 
1958 war meine Lehrzeit abgeschlossen und ich wurde "Vollmatrose".
Im Sommer 1958 besuchte ich mit dem MS "Martha Vogelsang"  Stockstadt am Rhein über den  
Erfelder - Altrhein. Wir gingen an der "Gipsmühle" vor Anker und verursachten helle Aufregung,
 eifrige Stockstädter riefen sogar nach der Wasserschutzpolizei .
1959 wurde ich durch Heirat "Stockstädter".

TMS Wellingsbüttel

in der Neckarschleuse Lauffen

1959


1959  versuchte ich  mein Glück - im Ried -  als Bohrarbeiter. Nach zwei Gasbohrungen wurden aber die
Aktivitäten der Fa. "Gewerkschaft Elwerath" eingestellt  und sie zogen nach Memmingen ins Allgäu ,
ich ging zurück zur Binnenschiffahrt.
Mein nächster Arbeitsplatz war  auf einem Tankmotorschiff der Hamburger Reederei "Kurt Bernhold KG".
Das neue Schiff war die TMS "Wellingsbüttel, erbaut in Roßlau an der Elbe in der damaligen DDR.
Es war 67 m lang, 8.20 m breit, 2.71 m Tiefgang und hatte eine Tragfähigkeit von 950 to.
Die Antriebsmaschine mit 560 PS war eine MaK aus Kiel.
1961  ging ich nochmals mit dem TMS "Wellingsbüttel" in Stockstadt an der "Gipsmühle" vor Anker.
 Wieder Aufregung, aber der Altrhein ist ja bis Stockstadt schiffbar, ein Zugeständnis nach dem
 Rheindurchstich am "Geyer" vor 175 Jahren.

1962 wurde ich mit 23 - Jahren einer der jüngsten  Schiffsführer auf dem Rhein!


TMS Fuhlsbüttel

 im Hafen Offenbach

1962


Die Reederei "Kurt Bernhold KG"  übertrug mir sofort nach Erwerb meines Rheinschifferpatentes
die Führung des  Tankmotorschiffes "Fuhlsbüttel". Nach kurzer Fahrzeit wurde die "Fuhlsbüttel"
auf der "Hilgers-Werft" in Rheinbrohl um 10m verlängert. Die Tragfähigkeit wurde somit um 100to
erhöht. Mit dem TMS "Fuhlsbüttel" transportierte ich nur helle Mineralölprodukte,
d.h. Diesel, leichtes Heizöl, Kerosin und Benzine aller Art.
Ich fuhr die Häfen Brüssel, Antwerpen, Gent, Rotterdam, Amsterdam, Emden, Bremen, Duisburg,
Köln,  Koblenz, Frankfurt, Würzburg, Mannheim,  Stuttgart, Karlsruhe, Straßburg, Basel und Rheinfelden an.
Natürlich habe ich auch die Kanäle befahren:
Den Albert - Kanal von Antwerpen nach  Lüttich, den "Eems-Kanal, Van Starkenborgh und Pr. Margrit-Kanal"
von Delfzijl nach Lemmer, das Ijsselmeer nach Amsterdam überquert, sowie die holländischen Wasserstraßen
"Ijssel, Lek, Merwede, Maas, Noord und Waal", von Dordrecht über Seeland, Wester - und Osterschelde nach
Antwerpen. Dortmund - Ems - Kanal, Küsten - Kanal den Mittelland - Kanal bis Wolfsburg und die mittlere
Weser von Minden nach Bremen.
Die Unter - Elbe, Unter - Weser und Unter -  Ems sowie den Dollart lernte ich als Seewasserstraßen kennen.
1963 verließ ich die Schiffahrt und wurde endlich"seßhaft".
Die Reederei "Kurt Bernhold KG"  hörte auf zu existieren, sie wurde zum Hamburger Lloyd
und siedelte von Hamburg nach Basel über. Ich heuerte bei der "Caltex - Raffinerie" in Raunheim an und 
blieb  dort bis zu meinem Ruhestand 2001 weiter mit der Schiffahrt verbunden,
denn die "Caltex"  hatte ja einen Hafen!!!

Ich möchte mir noch einmal einen Wunsch erfüllen und auf  einem Rheinschiff mitfahren, d.h. als Gast  !